Corona Schutzhandschuhe – Einmal-Handschuhe sinnvoll

Coronaviren können an den Händen haften bleiben. Wenn sie dann durch Berühren des Gesichts ihren Weg in die Atemwege finden, kann man sich mit Corona infizieren (Kontaktinfektion). Diese Art sich anzustecken ist die zweithäufigste nach dem direkten Einatmen von Coronaviren (Tröpfcheninfektion). Vor der Kontaktinfektion kann man sich mit Handschuhen schützen. Doch auch regelmäßiges, gründliches Händewaschen und die Desinfektion der Hände sind zielführend. Möchte man Handschuhe verwenden, steht man vor der Frage:

Sind alle Handschuhe gleich gut gegen Corona geeignet? Welche Handschuhe sollte man zum Schutz vor Corona verwenden?

Gleich vorweg: Baumwollhandschuhe sind wenig hilfreich oder sogar kontraproduktiv, da verschiedene Partikel vom Gewebe aufgenommen werden und sich darin sammeln können.

Doch wie sieht es mit Einmal-Handschuhen gegen Corona aus?

Einmalhandschuhe gibt es als Latex-Handschuhe (Gummi-Handschuhe), latexfreie Handschuhe, Vinyl-Handschuhe oder Nitril-Handschuhe. Das Material ist aber nicht ausschlaggebend.

Entscheidend ist, dass der Schutzhandschuh beständig gegen Viren ist. Er soll also virendicht sein. Solche Handschuhe werden auch als sterile Schutzhandschuhe bezeichnet.

Der sterile Schutzhandschuh gegen Coronaviren sollte nach ASTM F 1671 oder ISO 16604 geprüft sein. Wenn Sie keine Handschuhe dieser Art mehr in die Hände bekommen, keine Panik. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen oder das Desinfizieren der Hände sind ebenfalls effektiv. Auch weniger sichere Handschuhe kann man verwenden, diese schützen dann natürlich weniger gut. Man sollte sich nicht in falscher Sicherheit wiegen, nur weil man irgendeine beliebige Sorte von Handschuhen ergattert hat. Also:

Welche Handschuhe sind dicht? Woran sieht man, wie dicht ein Handschuh ist? Welche Handschuhe schützen vor (Corona-)Viren?

Sterile Schutzhandschuhe gegen Corona

Sterile Schutzhandschuhe sollen ganz ihrem Namen gerecht werden und vor Infektionen schützen. Wird ein Handschuh als steril bezeichnet, kann man davon ausgehen, dass er virendicht ist.

Penetration eines (Einmal-)Handschuhs

Schutzhandschuhe gehören zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Je nach Gefährdung im angedachten Einsatzgebiet werden sie in Klasse I – III eingeteilt. Klasse III entspricht den komplexen Gefahren. Hierunter fallen auch Viren.

Hersteller geben für Handschuhe eine Stufe für die Resistenz gegen Penetration an. Penetration bedeutet das Eindringen von Mikroorganismen (oder Chemikalien) in den Handschuh. Die Klassen der Penetration sind in EN 374 normiert. Bei einer Beständigkeit gegen Mikroorganismen ist aber nicht automatisch gesagt, dass das auch für Viren gilt. Dazu gibt es gesonderte Prüfungen. Dazu gleich mehr.

Erst einmal die Klassen der Handschuhe nach Resistenz gegen Penetration:

Der Handschuh wird mit jeder höheren Stufe sicherer.

Stufe AQL-Wert Prüfstufe
Stufe 3 <0,65 G1
Stufe 2 <1,5 G1
Stufe 1 <4 S4

AQL: Acceptable Quality Level. Die Prüfstufe bestimmt die Stichprobengröße.

Der AQL-Wert gibt an, wie viele fehlerhafte Einheiten je 100 Einheiten maximal auftreten dürfen.

Damit auf einen Handschuh als beständig gegen Mikroorganismen angesehen wird und das Piktogramm Mikroorganismen darauf aufgedruckt sein darf, muss er mindestens Stufe 2 erreichen.

Schutzhandschuhe gegen (Corona-)Viren

Damit ein Handschuh gegen Viren schützt, muss er zusätzlich einen Bakteriophagen-Penetrationstest gemäß ISO 16604 bestehen.

Noch strengere Anforderung gelten für Handschuhe, die die amerikanische Norm ASTM F 1671 erfüllen. Ist ein Schutzhandschuh gemäß ASTM F 1671 geprüft, schützt er gegen Viren.

Quellen:

https://www.omniprotect.de/Normen-Handschutz/

https://www.dguv.de/ifa/praxishilfen/praxishilfen-persoenliche-schutzausruestungen/schutzhandschuhe-gegen-chemische-und-biologische-einwirkungen/kennzeichnung-und-normung/schutzhandschuh-gegen-mikroorganismen/index.jsp

https://www.sempermed.com/knowledge-centre/weitere-themen/virendurchlaessigkeit-bei-handschuhen-sempermed-testet-fuer-sie/

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